Liebe Gartenfreunde,
feine helle Punkte auf einem Gurkenblatt fallen leicht erst auf, wenn bereits größere Teile der Pflanze leiden. Ein Blick auf die Unterseite lohnt sich deshalb. Die Ausgabe 12/26 des Berliner Gartenbriefs vom 23. Juli 2026 hilft bei der Kontrolle. Neben Spinnmilben geht es um Wanzen, eine zweite Blüte und den Umgang mit Wildtieren.
Spinnmilben suchen, bevor Gespinste auffallen
Warmes, trockenes Wetter begünstigt Spinnmilben. Sie saugen an den Blattunterseiten und hinterlassen helle Sprenkel. Später kann das Laub braun werden und abfallen. Bei starkem Befall durch die Gemeine Spinnmilbe überziehen feine Gespinste ganze Pflanzenteile. Eine gut vergrößernde Lupe erleichtert die Suche nach den winzigen Tieren.
Kontrolliere gefährdete Pflanzen wie Gurken und Rosen. Auch Kübel- und Zimmerpflanzen können betroffen sein. Bereits entstandene Saugschäden verschwinden nicht wieder.
- Schneide befallene Bereiche zurück, um die Ausbreitung zu begrenzen.
- Reinige nach einem Befall die Stellflächen.
- Säubere auch Pflanzstäbe, Bindematerial und verwendete Gefäße.
Im Gewächshaus oder Innenraum lassen sich passende Raubmilben gegen die Gemeine Spinnmilbe einsetzen. Das Pflanzenschutzamt empfiehlt einen frühen Einsatz, bei wiederkehrenden Problemen auch vorbeugend. Gegen Bambusmilben helfen diese Gegenspieler hingegen nicht: Deren dichte Gespinste versperren ihnen den Zugang.
Falls du eine Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln erwägst, beachte die Hinweise im Original zur Pflanzenverträglichkeit und zum Schutz der Nützlinge. Ölhaltige Präparate können beispielsweise Farne und Palmen schädigen. Setze solche Mittel gemäß dem Hinweis des Pflanzenschutzamts nicht gleichzeitig mit Nützlingen ein, da die Wirkstoffe auch ihnen schaden können.
Wanzen an der Laube unterscheiden
Ansammlungen von Linden- oder Ulmenwanzen können lästig sein, wenn die Tiere ins Gebäude gelangen. Auch Feuerwanzen fallen im Garten auf. Diese Arten geben laut Gartenbrief keinen Anlass, Schäden an Menschen oder Pflanzen zu befürchten.
Anders sieht es bei der Marmorierten Baumwanze aus: Durch ihr Saugen können Früchte verhärten und sich verformen. Sie ähnelt der Grauen Gartenwanze. Nutze zur Unterscheidung die Vergleichsfotos im Gartenbrief, bevor du aus dem Fund auf einen Schädling schließt.
Schutzgitter an Fenstern und möglichst kurz geöffnete Türen erschweren den Einflug. An Oberflächen lassen sich Ansammlungen mit einem Besen oder Wasser entfernen. Beim direkten Umgang empfiehlt das Pflanzenschutzamt Handschuhe, denn Wanzen können ein unangenehm riechendes Sekret abgeben.
Verblühten Stauden einen neuen Start geben
Bei geeigneten, kräftigen Stauden kann ein Rückschnitt nach dem ersten Blütenflor eine Nachblüte fördern. Dazu gehören etwa:
- Steppen-Salbei und Katzenminze,
- Rittersporn und Storchschnabel,
- Prachtkerze und Roter Sonnenhut.
Die Ausgabe beschreibt einen Schnitt auf ungefähr Handbreite über dem Boden. Anschließend unterstützt etwas Kompost oder Dünger den neuen Austrieb. Bis zur zweiten Blüte können sechs bis acht Wochen vergehen. Du kannst auch nur einzelne verblühte Bereiche zurücknehmen.
Junge oder geschwächte Stauden brauchen ihre Kraft für die weitere Entwicklung. Verzichte bei ihnen auf diesen Rückschnitt.
Unterstützung bei Wildtierfragen
Bei Begegnungen mit Fuchs, Waschbär oder Wildschwein verweist die Ausgabe auf die Wildtierberatung des Naturschutzbunds Deutschland, Landesverband Berlin. Sie unterstützt auch bei Fragen zur Vorbeugung von Schäden.
Die Quelle zum Nachlesen
Der Berliner Gartenbrief 12/26 vom 23.07.2026 (PDF) des Pflanzenschutzamts Berlin enthält die vollständigen Hinweise, Fotos und weiterführenden Links.
Euer Gartenfreund Peter
