Kübelpflanzen kontrollieren, Rasen stärken und dem Igel Platz lassen

09.10.2026 | Gartenfachberatung

Liebe Gartenfreunde,

der milde Herbst hat vielen Pflanzen noch eine gute Zeit beschert. Jetzt lohnt sich der Blick auf Kübelpflanzen, Rasen und Hecken, bevor es kalt wird. Der Berliner Gartenbrief 16/26 vom 9. Oktober 2026 gibt dazu Hinweise des Pflanzenschutzamts Berlin. Ich habe sie für euch zusammengefasst.

Kübelpflanzen auf den Winter vorbereiten

Oleander, Zitrus und andere Kübelpflanzen dürfen bei diesem Wetter noch draußen bleiben. Die warmen Wochen haben ihnen geholfen, Reserven für den Winter anzulegen. Ein sonniger Platz mit Schutz vor Regen erleichtert ihnen jetzt den Übergang in die Ruhephase.

  • Gieße sparsamer und halte die Erde bis zum Umzug ins Winterquartier nur mäßig feucht. Nasse Erde trocknet im kühlen Quartier schlecht ab und kann Wurzelfäule auslösen.
  • Stelle das Düngen ein. Zitruspflanzen sind die Ausnahme: Sie brauchen auch im Herbst und Winter viel Stickstoff.
  • Schneide trockene, abgestorbene oder beschädigte Triebe heraus, ebenso befallene Pflanzenteile. Zu groß gewordene Pflanzen kannst du jetzt noch behutsam einkürzen.
  • Halte frische Schnittstellen trocken, also nicht überbrausen und vor Regen schützen. So schließen sich die Wunden schneller und Krankheitserreger finden keinen Weg hinein.

Schädlinge nicht mit ins Winterquartier nehmen

Bevor die Kübel umziehen, solltest du sie gründlich absuchen. Häufig sitzen Schildläuse, Thripse, Weiße Fliegen und Spinnmilben auf den Pflanzen. Sie verstecken sich gern auf der Blattunterseite und in den Blattachseln. Schau dort genau nach.

Bei starkem Befall kannst du jetzt noch ein Pflanzenschutzmittel einsetzen, das für Haus- und Kleingarten zugelassen ist. Sitzen sehr viele Schädlinge auf der Pflanze, rät das Pflanzenschutzamt zu einer zweiten Behandlung. Später, im kühlen Winterquartier, zeigen die meisten Mittel keine Wirkung mehr. Halte dich an die Angaben auf dem Etikett, vor allem an die Mindesttemperatur. Viele Wirkstoffe gelangen erst in die Pflanze, wenn es mehrere Stunden lang warm genug bleibt.

Wanzen, Spinnen und Waldschaben im Haus

Sobald es kühler wird, suchen viele Insekten warme Verstecke. An sonnigen Lindenstämmen sitzen gerade ganze Kolonien von Lindenwanzen. Manche Tiere finden auch den Weg in Laube oder Wohnung, etwa Wanzen, Spinnen und die Bernstein-Waldschabe.

Für Menschen, Haustiere und Pflanzen sind sie ungefährlich, nur lästig. Licht und Wärme locken sie an. Lass die Fliegengitter deshalb noch eine Weile in den Fenstern. Ungebetene Gäste setzt du vorsichtig wieder vor die Tür. Zieh dabei am besten Handschuhe an, denn bedrängte Wanzen geben einen unangenehmen Geruch ab.

Hecken und Gehölze: Rückschnitt wieder erlaubt, Bäume geschützt

Die Vogelschutzzeit ist vorbei. Seit dem 1. Oktober darfst du Hecken, Gehölze und Bäume im Garten wieder kräftig zurückschneiden. Vor einer Baumfällung lohnt sich ein Blick in die Berliner Baumschutzverordnung. Sie schützt grundsätzlich alle Laubbäume, dazu die Waldkiefer, die Walnuss und die Türkische Baumhasel, sobald sie den dort festgelegten Stammumfang erreichen. Ob du für Schnitt oder Fällung eine Genehmigung brauchst, beantwortet die Untere Naturschutzbehörde deines Bezirks.

Prüfe außerdem vor jedem Schnitt, ob geschützte Tiere betroffen sind, zum Beispiel durch ein Nest oder einen Unterschlupf im Gehölz. Diese Pflicht gilt auch außerhalb der Vogelschutzzeit.

Herbstkur für den Rasen

Nach dem Sommer sehen viele Rasenflächen mitgenommen aus. Die letzten milden Tage eignen sich gut zur Erholung.

  • Stich tief wurzelnde Kräuter wie Breitwegerich, Ehrenpreis, Löwenzahn und Gänseblümchen jetzt aus, bevor sie in die Winterruhe gehen.
  • Dünge den Rasen ein letztes Mal, am besten mit einem kaliumbetonten Herbstrasendünger. Kalium macht die Gräser frosthärter und widerstandsfähiger gegen Pilzkrankheiten.
  • Entferne Laub, Fallobst, Nüsse und Kastanien immer wieder mit dem Rechen. Darunter fault es, und der Rasen bekommt zu wenig Licht und trocknet schlecht ab.
  • Mähe ein letztes Mal bis Ende Oktober oder sobald der Rasen nicht mehr wächst. Schnittgut und Laub kannst du als Mulch unter Sträucher und auf die Beete geben.

Eine wilde Ecke für den Igel

Der Braunbrustigel ist unser einziger heimischer Igel, und er wird seltener. Ihm fehlen Lebensraum und Insekten als Nahrung, dazu kommt der Straßenverkehr in der Nacht. Ein Haufen aus Laub oder Reisig in einer windgeschützten Ecke bietet ihm einen Unterschlupf. Ab Ende November halten Igel Winterschlaf. Lass beim Aufräumen im Herbst also ruhig eine Ecke deiner Parzelle unordentlich.

Übrigens: Einige Kastanien, die ihr Laub schon verloren haben, treiben gerade neu aus und blühen teilweise sogar. Trockenheit und Miniermotte haben ihnen zugesetzt, und die Bäume nutzen den milden Herbst zum Aufholen.

Den Gartenbrief im Original lesen

Die vollständigen Hinweise und viele Fotos, etwa zu Schildläusen am Oleander und zu den Wanzenarten, findest du im Berliner Gartenbrief Nr. 16/26 vom 09.10.2026 (PDF) des Pflanzenschutzamts Berlin. Ältere Ausgaben stehen auf der Gartenbrief-Seite des Pflanzenschutzamts.

Euer Gartenfreund Peter

Kommentare sind nur für eingeloggte Mitglieder sichtbar.