Schneckeneier sammeln, Engerlinge im Rasen erkennen und Dickmaulrüssler bekämpfen

18.09.2026 | Gartenfachberatung

Liebe Gartenfreunde,

der Herbst ist die Zeit, in der Schnecken ihre Eier ablegen und Käferlarven im Boden an den Wurzeln fressen. Wer jetzt eingreift, hat im nächsten Frühjahr weniger Ärger. Der Berliner Gartenbrief 15/26 vom 18. September 2026 erklärt, worauf es ankommt. Die Hinweise des Pflanzenschutzamts Berlin habe ich für euch zusammengefasst.

Schnecken und ihre Eier absammeln

Auch in diesem eher schneckenarmen Jahr sind Wegschnecken in den Gärten unterwegs. Jedes Tier kann Eier legen, weil Schnecken Zwitter sind. Spätsommer und Herbst sind ihre Hauptzeit dafür, und eine einzige Schnecke bringt es im Leben auf mehrere hundert Eier.

Sammle Schnecken und Gelege deshalb regelmäßig ab. Das beugt einer Massenvermehrung im nächsten Jahr vor.

  • Suche morgens früh oder am Abend, dann sind die Tiere unterwegs.
  • Schau unter Polsterstauden, in dichtem Wildkraut, unter Blumenuntersetzern und Regentonnen nach.
  • Lege Bretter, Rinde, feuchtes Holz oder umgedrehte Tontöpfe ins Beet. Die Schnecken verkriechen sich darunter und legen dort gern ihre Eier ab.
  • Als Köder eignen sich Möhren- oder Kartoffelstücke und Trockenfischfutter.

Die Eier sind kugelig und zwei bis drei Millimeter groß. Pro Schnecke findest du etwa 50 bis 150 Stück, einzeln oder in Häufchen. Bei Wegschnecken sind sie milchig weiß bis gelblich, bei Ackerschnecken durchsichtig.

Lass glasklare, farblose Eier liegen. Sie stammen vom Tigerschnegel, einem Nützling. Er frisst welke Pflanzenteile und die Eier von Nacktschnecken. Du erkennst ihn an seiner Länge von über zehn Zentimetern und den dunklen Flecken in Reihen auf grauem Grund.

Unterstützung bekommst du von Kröten, Fröschen, Vögeln und Insekten, die ebenfalls Schnecken und Eier fressen. Gib ihnen Lebensraum und störe sie bei der Gartenarbeit möglichst wenig.

Engerlinge im Rasen

Wenn Krähen, Waschbären oder Wildschweine deinen Rasen umgraben, suchen sie oft nach Engerlingen. Das sind die Larven von Junikäfer und Gartenlaubkäfer. Sie liegen C-förmig gekrümmt im Boden, sind weißlich und haben einen bräunlichen Kopf. In den letzten Wochen haben sie Rasenwurzeln gefressen. Gelbe oder abgestorbene Stellen, selbst auf gewässerten Flächen, können ein Hinweis darauf sein.

  • Ein viel genutzter Rasen leidet weniger unter Engerlingen.
  • Mähe im Sommer etwas höher. Die Käferweibchen legen ihre Eier bevorzugt in kurz gemähten Rasen und auf kahle Stellen. Das gilt besonders für Flächen, die schon einmal befallen waren.
  • Gegen die Larven helfen Nematoden aus dem Handel, meist als HB-Nematoden (Heterorhabditis bacteriophora) angeboten. Der Boden muss mindestens 12 °C warm sein. Am besten wirken sie im August und September, solange die Engerlinge noch jung sind und weit oben im Boden sitzen. Halte dich genau an die Anleitung.
  • Vertikutieren in dieser Zeit verletzt die Larven unter der Grasnarbe, sodass sie absterben.

Riesenbovist auf der Wiese

Zurzeit wachsen auf Rasen und Obstwiesen Riesenboviste, manche so groß wie ein Fußball und mehrere Kilo schwer. Dem Rasen schaden sie nicht. Ihr Auftauchen zeigt sogar, dass der Rasen gut mit Stickstoff versorgt ist. Jung und weiß ist der Riesenbovist ein guter Speisepilz. Wenn er sich nicht weiter vermehren soll, stich ihn aus, bevor er braun wird und seine Sporen verstreut. Braun gewordene Pilze nicht mehr essen.

Iss keinen Pilz, den du nicht ganz sicher bestimmen kannst. Allgemeine Fragen zu Vergiftungen beantwortet der Giftnotruf der Charité rund um die Uhr unter 030 19240. Für Notfälle ist diese Nummer nicht gedacht.

Dickmaulrüssler: Larven im Spätsommer bekämpfen

Halbrunde Fraßstellen am Blattrand von Rhododendron, Eibe, Kirschlorbeer oder Liguster verraten den Gefurchten Dickmaulrüssler. Schätzungsweise mehr als hundert Pflanzenarten stehen auf seinem Speiseplan. Den Käfer selbst siehst du selten, weil er tagsüber versteckt bleibt und erst in der Dämmerung frisst. Mehr Schaden richten seine Larven an. Sie fressen im Boden an Wurzeln und Wurzelhals, bis ganze Pflanzen absterben können.

Von Juli bis Oktober legen die Käfer ihre Eier am Fuß der Pflanzen oder in humose Erde, bis zu 1.000 Stück pro Tier. Die Larven überwintern im Boden. Ein Käfer lebt zwei bis drei Jahre.

  • Bekämpfe die Larven mit Nematoden, entweder im Frühjahr von April bis Ende Mai oder im Spätsommer von August bis Ende September. Dann sitzen sie dicht unter der Oberfläche.
  • Achte auf mindestens 12 °C Bodentemperatur und feuchte Erde.
  • Wiederhole die Behandlung im zweiten und dritten Jahr, weil die Käfer so lange leben.
  • Kontrolliere die Pflanzen regelmäßig. Solange frische Blätter angefressen werden, sind noch Käfer aktiv.

Übrigens: rot gesprenkelter Klee

Hat dein Klee in diesem Jahr rötliche Sprenkel bekommen? Das ist keine Herbstfärbung. Die Ursache sind Spinnmilben. Schneide den Klee kräftig zurück, damit sie nicht auf andere Pflanzen überspringen.

Den Gartenbrief im Original lesen

Die vollständigen Hinweise und Fotos, etwa zu Schneckeneiern, Engerlingen und dem Entwicklungszyklus des Dickmaulrüsslers, findest du im Berliner Gartenbrief Nr. 15/26 vom 18.09.2026 (PDF) des Pflanzenschutzamts Berlin. Ältere Ausgaben stehen auf der Gartenbrief-Seite des Pflanzenschutzamts.

Euer Gartenfreund Peter

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