Liebe Gartenfreunde,
an den Rosen lohnt sich Ende Mai ein Blick auf beide Blattseiten. Auch junge Früchte und frisch herausgestellte Kübelpflanzen brauchen Aufmerksamkeit. Ich empfehle dir für den nächsten Gartenrundgang einige Kontrollen aus dem Berliner Gartenbrief vom 28. Mai.
Rosen und Mehltau: Blätter prüfen, Standort verbessern
Sternrußtau erkennst du an dunklen Blattflecken mit ausgefransten Rändern. Später vergilbt das Laub und fällt ab. Bei Rosenrost findest du orangefarbene bis rötliche Punkte oben auf dem Blatt und Sporenlager auf der Unterseite.
Räume krankes Rosenlaub aus dem Beet, damit die Pilze dort nicht überwintern. Gieße an den Boden und vermeide nasse Blätter am Abend. Bei neuen Rosen würde ich widerstandsfähige Sorten wählen. Ein luftiger Standort und eine Düngung ohne Stickstoffüberschuss helfen ebenfalls.
Echter Mehltau beginnt mit weißen, mehligen Flecken und kann auch Triebe und Blüten befallen. Beim Kirschlorbeer sitzt sein Belag auf der Blattunterseite. Falschen Mehltau kannst du an grauem Belag unter dem Blatt und häufig eckigen, gelblichen Flecken darüber erkennen. Das Schadbild verdient deshalb einen zweiten Blick, bevor du Maßnahmen auswählst.
Kübelpflanzen behutsam ans Freie gewöhnen
Stelle überwinterte Kübel und vorgezogene Gemüsepflanzen zunächst geschützt und schattiger auf. Nach einigen Tagen vertragen sie mehr Sonne. Ein abrupter Wechsel in die Mittagssonne kann helle bis braune, vertrocknende Blattstellen verursachen.
Für einen Formschnitt an immergrünen Gehölzen eignet sich ein bedeckter Tag. Auch die bisher verdeckten Blätter brauchen Zeit zur Anpassung. Bei angekündigten kalten Nächten kannst du empfindliche Pflanzen mit Vlies schützen.
Pflaumen und Kirschen vor Schädlingsbefall schützen
- Sammle Pflaumen mit verdächtigen Harztropfen am Baum und am Boden ein. So verringerst du die Zahl der Larven, die sich weiterentwickeln können.
- Verstehe Pheromonfallen als Hilfe zur Flugbeobachtung. Für einen Massenfang des Pflaumenwicklers reichen sie nicht aus. Das Pflanzenschutzamt nennt in dieser Ausgabe keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel gegen ihn im Freizeitgarten.
- Decke den Boden unter Kirschen beim beginnenden Umfärben der Früchte mit Vlies ab und lasse es bis zur Ernte liegen. Damit erschwerst du Kirschfruchtfliegen den Aufstieg aus dem Boden.
- Schütze kleine Kirschbaumkronen gegebenenfalls mit einem engmaschigen Netz. Gelbtafeln zeigen dir einen Befall, können ihn aber nicht ausreichend vermindern.
Auffällige Triebe gezielt kontrollieren
Entferne Gespinstnester der Apfelbaumgespinstmotte samt befallenen Triebteilen und gib sie in den Hausmüll. Pinkrote, filzige Blattflecken am Feuerdorn stammen dagegen häufig von Gallmilben. Der Schaden bleibt meist gering; eine Bekämpfung brauchst du gewöhnlich nicht.
Bei Blattläusen kannst du zunächst mit Wasserstrahl, Absammeln oder dem Entfernen stark besiedelter Triebe arbeiten. Achte dabei auf ihre natürlichen Gegenspieler, etwa Marienkäfer und Florfliegen. Blattläuse dienen ihnen als Nahrung. Klebrige Blätter und viele Ameisen können dich auf eine Kolonie aufmerksam machen.
Den vollständigen Hintergrund mit Schadbildern findest du im Berliner Gartenbrief 08/26 vom 28. Mai 2026 des Pflanzenschutzamts Berlin.
Euer Gartenfreund Peter
