Feigen und Stachelbeeren kontrollieren, Pflanzen vor Sommerhitze schützen

25.06.2026 | Gartenfachberatung

Liebe Gartenfreunde,

zwischen wachsenden Früchten und blühenden Beeten lohnt sich Ende Juni eine Kontrolle auf Fraßspuren. Ich empfehle dir, dabei auch Feigen und Stachelbeeren anzuschauen. Für heiße Tage enthält der Gartenbrief vom 25. Juni Hinweise zum Beschatten und Gießen.

Feigenblätter nach Gespinsten absuchen

Der Feigenspreizflügelfalter kommt inzwischen auch in Berlin vor. Seine Raupen fressen unter feinen Gespinsten an der Oberseite der Blätter und an jungen Feigen. Dabei entstehen Löcher und braune, trockene Stellen. In umgeschlagenen Blattspitzen kannst du die eingesponnenen Kokons finden.

Kontrolliere deine Feige von Ende Mai bis in den Herbst. Bei geringem Befall kannst du Raupen absammeln und geschädigte Blätter entfernen. Starker Befall kann die Ernte beeinträchtigen, das Absterben einer ganzen Pflanze beschreibt das Amt als Ausnahme. Andere Gartenpflanzen befällt dieser Falter laut Gartenbrief nicht.

Zwei unterschiedliche Probleme an Stachelbeeren

Gespinste zwischen Blättern und Früchten sowie ausgehöhlte Beeren passen zum Stachelbeerzünsler. Entsorge betroffene Früchte im Hausmüll. Ein Vlies unter dem Strauch erschwert den Raupen den Weg in den Boden, wo sie sich verpuppen. Im Frühjahr kann diese Barriere auch den Ausflug der Falter vermindern.

Weiße Beläge auf jungen Trieben oder Früchten deuten dagegen auf Amerikanischen Stachelbeermehltau hin. Später können die Beeren einen braunen, samtartigen Überzug tragen und ungenießbar werden. Entferne befallene Stellen, sobald du sie entdeckst.

Für die weitere Pflege nennt das Pflanzenschutzamt diese Maßnahmen:

  • Versorge die Sträucher ausgewogen mit Nährstoffen und achte dabei auf Kalium.
  • Vermeide übermäßige Stickstoffgaben, die weiches, anfälliges Wachstum fördern.
  • Kürze betroffene Triebe im Frühjahr um etwa ein Drittel, weil der Pilz in Knospen und Triebspitzen überwintern kann.
  • Wähle bei Neupflanzungen robuste oder resistente Sorten.

Auch schwarze Johannisbeeren und Jostabeeren können diesen Mehltau bekommen.

Falllaub unter Apfelbäumen entfernen

Bei der Marssonina-Blattfallkrankheit bilden sich zunächst braune Flecken mit dunklem Rand. Später gehen die Flecken ineinander über. Ab August können befallene Apfelbäume Blätter verlieren, während die Äpfel hängen bleiben. Die frühen Symptome ähneln teilweise Schorf.

Entferne gefallenes, krankes Laub. Darin kann der Pilz überwintern. Eine passende Versorgung mit Wasser und Nährstoffen sowie ein fachgerechter Kronenschnitt gehören zur Vorbeugung.

Schnecken absammeln und Schatten anbieten

Sammle schädigende Schnecken in der Dämmerung oder nachts ab. Unter feuchten Brettchen kannst du ihnen Verstecke anbieten und die Tiere dort einsammeln. Schneckenzäune können einzelne Beete schützen. Von Bierfallen rät das Amt ab, da du damit auch Schnecken aus benachbarten Gärten anlockst.

Gieße bei Sommerhitze in den frühen Morgenstunden. Schütze empfindliche Pflanzen während der stärksten Sonne mit einem Schattiernetz oder Sonnensegel. Frisch freigelegte und empfindliche Blätter können sonst Sonnenbrand bekommen.

Blüten für Bienen und Küche

Für passende Bienenpflanzen verweist der Gartenbrief auf die Deutsche Wildtier Stiftung. Dort findest du Pflanzenauswahlen für unterschiedliche Standorte. Außerdem stellt das Amt essbare Blüten vor, darunter Kapuzinerkresse und Zucchiniblüten. Für die Küche kommen nur Blüten infrage, deren essbare Art du sicher bestimmen kannst.

Fotos und weitere Informationen findest du im Berliner Gartenbrief 10/26 vom 25. Juni 2026 des Pflanzenschutzamts Berlin.

Euer Gartenfreund Peter

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