Liebe Gartenfreunde,
ein Blick auf alte Pflanzenschutzmittel im Gartenschrank gehört in diesem Juni zur Gartenpflege. Ich möchte dich auf den behördlichen Hinweis zu Duaxo aufmerksam machen. Im selben Gartenbrief erklärt das Pflanzenschutzamt, wie du mit auffälligen Raupennestern und Schäden an Obstbäumen umgehst.
Duaxo: Die Zulassungsnummer entscheidet
Im Gartenbrief vom 11. Juni 2026 berichtet das Pflanzenschutzamt Berlin über einen Zulassungswiderruf durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Als Datum des Widerrufs nennt es den 15. März 2026. Laut dieser Mitteilung betrifft das Verbot von Verkauf, Anwendung und Aufbrauchen folgende Mittel:
- Duaxo Universal Pilzspritzmittel, Nummer 006300-00
- Duaxo Universal Pilz-Frei, Nummer 006300-60
- Duaxo Rosen Pilz-frei, Nummer 006300-61
Vorhandene Reste gehören laut Gartenbrief zur Schadstoffsammlung. In Berlin nennt das Amt dafür die Berliner Stadtreinigung. Vergleiche die Nummer auf deiner Packung mit der Liste.
Die Ausgabe nimmt zwei anwendungsfertige Produkte, erkennbar am Zusatz AF, von diesem Hinweis aus: COMPO Duaxo Rosen Pilz-frei AF mit Nummer 006299-61 und COMPO Duaxo Universal Pilz-frei AF mit Nummer 006299-60. Diese Unterscheidung bezieht sich auf den im Gartenbrief beschriebenen Widerruf.
Raupennester mit Brennhaaren ernst nehmen
An Eichen können Tagesnester des Eichenprozessionsspinners auffallen. Das Pflanzenschutzamt ordnet das Problem in dieser Ausgabe vor allem dem Gesundheitsschutz zu. Für den Umgang mit befallenen Bäumen ist der jeweilige Eigentümer zuständig. Bei öffentlichen Straßen- und Parkbäumen verweist das Amt auf die Straßen- und Grünflächenämter der Bezirke. Fragen zum Gesundheitsschutz beantworten die bezirklichen Gesundheitsämter. Bei Waldbäumen sind die Berliner Forsten mit ihren Revierförstereien zuständig.
Auch Goldafterraupen tragen Brennhaare. Sie können Haut und Atemwege reizen. Selbst Gespinste und Eigelege können solche Haare enthalten. Ich rate dir deshalb, auffällige Nester auf Abstand zu betrachten und die Entfernung mit zuständigen Stellen oder erfahrenen Fachbetrieben zu klären. Der Gartenbrief fordert für Bekämpfungsarbeiten Vollschutz. Goldafter-Winternester findest du nach dem Laubfall an äußeren Zweigspitzen; das Amt empfiehlt ihre Entfernung bis Anfang April des Folgejahres.
Vertrocknete Rosenknospen und welke Obsttriebe
Bräunliche Rosenknospen, die geschlossen bleiben, können Blütenstecherlarven enthalten. Schneide befallene Teile rechtzeitig heraus und entsorge sie im Hausmüll, damit sich die Käfer darin nicht weiterentwickeln. Der Schädling kommt auch an Beerenobst vor.
Bei welken Apfel- und Birnentrieben kommen mehrere Ursachen infrage:
- Spätfrost kann Blüten und junge Triebe schädigen.
- Mehltau oder Monilia können Triebspitzen absterben lassen.
- Dunkle, hakenförmig gekrümmte Triebe können auf Feuerbrand hinweisen.
- Spiralförmig angeordnete Einstiche am Birnentrieb sprechen für die Birnentriebwespe, deren Schadbild ähnlich aussieht.
Lass einen Feuerbrandverdacht beim Pflanzenschutzamt einordnen. Das Amt bittet in der Ausgabe um Verdachtsmeldungen. Bei Schnittarbeiten an befallenem Holz gehört die Desinfektion der Werkzeuge dazu.
Ohrwürmer gegen Blutläuse fördern
Weiße, watteartige Kolonien am Apfelbaum können Blutläuse sein. Sie schädigen das Holz; an den Befallsstellen entstehen mitunter Wucherungen. Ohrwürmer fressen die Läuse. Du kannst ihnen mit Holzwolle gefüllte Tontöpfe als Tagesversteck anbieten. Das Quartier braucht Kontakt zum Stamm. Besiedelte Verstecke lassen sich tagsüber vom Nachbarbaum an einen betroffenen Baum umhängen.
Die vollständigen Hinweise stehen im Berliner Gartenbrief 09/26 vom 11. Juni 2026 des Pflanzenschutzamts Berlin.
Euer Gartenfreund Peter
